enjoy being ordinary
Ich ging so für mich hin,
und nichts zu suchen, das war mein Sinn…
zwei Menschen kommen mir entgegen
und sie sagt zu ihm:
“Das macht ein normaler Mensch nicht”
Dann sind die beiden wieder aus meinem
Blickfeld.
Und ich frage mich:
“Was macht ein normaler Mensch eigentlich?”
Später fahre ich in der U-Bahn:
Ich schaue aus dem Fenster, als die Bahn in den
U-Bahnhof fährt und erblicke eine Lebendinstellation -
nichts besonderes, aber doch sehr beeindruckend:
Ein Mann sitzt wie eine Skulptur auf einer Bank,
verharrend, sinnierend,vom Leben gezeichnet, still
mit Blick auf die 10 Tüten, die er
neben sich ordentlich platziert.
Alles Markentüten und doch scheint es als ob
die Tüten alles wären, was dieser Mann besitzt.
Zwei Bänke weiter sitzen zwei Männer, beide in
der gleichen, nach vorne übergebeugten Haltung.
Sie erzählen zwei unterschiedliche Geschichten.
Der eine müde und erschöpft vom Leben auf der Straße,
der andere spielt ganz vertieft mit seinem Telefon.
…
Ich stehe irgendwo herum und frage mich:
“Wo sind meine Sitzbeinhöcker? Was machen
meine Schultern gerade, und meine Rippenbögen?
Spüre ich die Anspannung im Kiefer?
Kenne ich meinen Körper überhaupt, oder habe ich
vielleicht ein verzerrtes Bild von ihm?
Welches Bild habe ich überhaupt von meinem Körper,
und von den Körpern um mich herum?
…
Alles ganz normal.

Donnerstag, 19. Januar 2012 - 12:24

